Samstag, 22. Juli 2017

Der Sommer ist kein Ponyhof. Aber ein Brownie-Wunderland!


Sommer in Hamburg bedeutet, sich einen großen Vorrat an Regenaktivitäten zuzulegen. 
Steuererklärung machen zum Beispiel. Oder sich davor drücken und zu meinen, dringend die Küchenschränke sortieren zu müssen. Oder dabei zwei vergessene Schoko-Osterhasen zu finden und diese dann zu Brownies zu verarbeiten. Ha! Was für ein abwechlungsreicher Samstag!

Da der Regen wirklich wirklich eklig war (ist?), konnte ich keinesfalls einkaufen gehen und habe daher ein Rezept gesucht, wo ich alle Zutaten auch im Haus haben würde. Und siehe da: gefunden! Hier nun also für Euch, blitzschnelle Brownies aus dem Küchenschrank:

Zutaten für eine Auflaufform

125g Butter (und ein bißchen mehr zum Form einfetten)
150g Zartbitterschokolade (zum Beispiel in Osterhasenform)
2 Eier Größe M
125g brauner Zucker
eine Prise Salz
100g Mehl
25g Backkakao
1/2 TL Backpulver


Als erstes heizen wir wie immer den Backofen vor, diesmal auf umluftige 150°C. 

Direkt im Anschluss werden dann Butter und Schokolade auf dem Herd zusammengeschmolzen. 

Exkurs: Ich persönlich finde ja, dass man da auch schon aufhören könnte. zumindest wenn es einem nur um guten Schokoladengeruch in der Wohnung geht. Vielleicht ein Tipp für alle Immobilienmakler da draußen - wenn Cookies backen zu aufwändig sein sollte. Schokolade schmelzen kriegt man ja auch noch ganz kurzfristig hin. Ich würde die Wohnung dann bestimmt mieten.

Während es also vor sich hin schmilzt und duftet, können wir in einer großen Schüssel die Eier mit dem Zucker und einer Prise Salz aufschlagen. In etwa 5 Minuten, bis es eine cremige Masse ergibt. Hier gießen wir dann direkt die nun flüssige Schokolade hinzu und lassen die Küchenmaschine fleißig weiter quirrlen.

Nun Mehl, Backpulver und Backkakao in einer separaten Schüssel vermischen und ebenfalls in die Schüssel geben. Wenn der Mixer noch läuft staubt es ganz furchtbar - also besser ein Tuch oder eine Abdeckung drüber legen, sonst müsst Ihr den Staubwedel schwingen!


Nun nur noch den Teig in die eingefettete Auflaufform geben (in meinem Fall noch mit illustren Zuckerstreuseln der Edition "Ponyhof" bestreuen) und ab damit für 30 Minuten in den Ofen.


Wenn die Zeit um ist, macht Ihr wie immer die Stäbchenprobe. Heute ist es allerdings vollkommen in Ordnung wenn noch etwas Teig am Stab hängen bleibt - dann wird der Brownie erst so richtig schön klebrig-lecker!

Und schon fertig! Schokolatastisch!

Natürlich kann man vorm Abwaschen auch noch die Schüssel auslecken. Das ist ebenfalls Arbeitsanweisung für dieses Rezept. 

In diesem Sinne - auf die Regentage!

x Lilli



Sonntag, 15. Januar 2017

What the heck is Monkeybread?


Freunde der Sonne - was war das heute für ein herrlicher Wintertag!
Perfekt um mit der besten Schwester und dem besten Hund einen ausgedehnten Spaziergang durch die Pokémon-Hochebene (aka Hammer Park (und ja, immer noch)) zu machen und davor gemütlich und ausgedehnt zu frühstücken. 
"Eigentlich" ist der Januar natürlich gerne genutzt um kalorientechnisch einen Schritt kürzer zu treten...aber ehrlich gesagt hatte ich auch unglaubliche Lust auf Kuchen. Und Zimtschnecken. Und Schokolade. Oder alles auf einmal.

Und so war es beschlossene Sache. Lilli schmeißt endlich mal wieder den Ofen an und backt ein Monkeybread. Und Jule ließ sich zum Glück nicht lange bitten, es heute morgen zusammen mit mir zu verputzen. Und das sogar ganz ohne zu wissen, was ein Monkeybread eigentlich ist. Die WhatsApp-Beschreibung "mit Zimt und Schokolade" scheint gereicht zu haben. Aber seien wir ehrlich, welchem meiner geneigten (und arg vernachlässigten) Blogleser würde diese Beschreibung nicht ausreichen...

Als Jule dann bei mir am Tisch saß und das Werk beäugte kamen aber doch Fragen auf:

Jule: "Und was genau ist jetzt ein Monkeybread?" 

Lilli: "Ein Monkeybread ist ein Hefeteig-Wunderwerk aus der Guglhupf-Form (der großen!). Eingekugelter Hefeteig, aufeinandergeschichtet und durchgebacken."

 

Jule: "Und warum genau ist da so ein Loch im Kuchen?"

Lilli: "Ähm...möglichweise konnte Lilli nicht mehr abwarten bis Jule zum Frühstück auftaucht..und musste vorkosten...man muss ja auch wissen was man so serviert...und dieser morgentliche Hunger...fast in Ohnmacht gefallen... und außerdem hat es gut gerochen und ich wollte halt dringend ein Stück essen. Punkt."

Das Schöne am Monkeybread ist ja, das man nicht mal ein Messer braucht um davon zu naschen. Dadurch, dass der Teig in Kugeln geschichtet wird, ist das Herauslösen nach dem Backen ganz einfach. Und frisch gebacken - also noch warm ist es wirklich auch noch besonders gut!


Jule: "Und was genau ist da jetzt drin?"

Tja, das ist das Beste daran. Ich habe nämlich einfach mein Zimtschnecken-Rezept umfunktioniert. Bis einschließlich Schritt 10 bleibt alles gleich. Nur habe ich in die Füllung noch Schokotropfen gestreut - wenn schon, denn schon!

Die in Schritt 10 abschnittenen Teig-Röllchen haben ich dann zu Kugeln geformt (so wie früher im Kindergarten die Knete) und dann in die gebutterte und eingemehlte Guglhupf-Form gegeben. Ordentlich geschichtet ist es auch gar nicht schlimm, wenn die Form nicht ganz voll ist. 

Denn auch hier legt man nochmal für 30 Minuten ein sauberes Küchenhandtuch über die Backform und lässt den Teig gehen.
Davor gießt man aber noch ein wenig geschmolzene Zimt-Zucker-Butter über die Teigbällchen.


Dafür braucht man:
50g Butter
2 EL Zucker
1 EL Zimt

Butter schmelzen, Zucker und Zimt unterrühren, gleichmäßig in die Form über den Teig gießen.
Danach geht das gute Stück für 20-25 Minuten in den 200°C warmen (vorgeheizten) Backofen.

Und wenn sich die Wohnung dann langsam mit herrlichem Zimtduft füllt, kann man schon mal den Tisch decken und sich freuen. Denn nach nur kurzer Abkühlzeit wird der Kuchen auf einen Teller gestützt und nach und nach verputzt...


Ihr seht - heute Nachmittag beim (verspätete Neujahres-)Karten-Schreiben, hat das Monkeybread immer noch gut geschmeckt. Und noch ist genug da um auch morgen noch daran zu knabbern. Dann vielleicht mit einem kurzen Zwischenstop in der Mikrowelle, damit es wieder wohlig warm ist und die Schokoladenstückchen herrlich angeschmolzen...mmmmh.

Na, wer hat Lust und braucht jetzt dringend auch ein Stückchen?

x Lilli


Sonntag, 20. März 2016

Frühlingshafte Blutorangen-Guglis.


Zeit zum Durchdrehen meine Freunde - seit heute ist Frühling!

Zeit, endlich den letzten Schokoweihnachsmann aus dem Schrank zu sammeln und in ein fruchtig pastelliges Mini-Küchlein zu verwandeln. Für den fruchtigen Kick sorgt die einsame Blutorange, die schon viel zu lange auf das große Glück der kulinarischen Erfüllung gewartet hat - und zusammen sind die beiden dann auch noch so hübsch, dass sie zum Essen fast zu schade sind.
Zum Glück aber nur fast!



Für 30 Mini-Gugl benötigt Ihr:

100g Butter
110g Zucker
1/2  Pk Vanillezucker
1 Ei (Größe L)
250g Mehr
1 Pk Backpulver
2 EL Milch
Saft einer Blutorange
je nach Geschmack noch etwas Orangenaroma zum Backen

Und dann braucht Ihr natürlich noch eine Backform für Mini-Gugl. Die sind super, weil nichts anbackt. Um sie aber auch schön geschmeidig zu halten, sollte man sie vor jeden Backen einmal mit geschmackslosem Öl auspinseln (z.B. Sonnenblume).


Den Teig könnt Ihr einfach aus allen Zutaten zusammen rühren - ganz ohne feste Reihenfolge oder wildes Vorbereiten. Denkt nur dran den Ofen auf 180°C vorzuheizen!

Beim Teignaschen schmeckt Ihr schnell, ob Euch das Orangenaroma des Safts ausreicht, oder ob Ihr es lieber intensiver mögt. Wenn Euch noch Geschmack fehlt, nehmt Ihr entweder fertiges Orangenaroma oder etwas Abrieb eurer (Bio-, weil ungespritzt) Orange.

Den fertigen Teig in die Gugl-Förmchen füllen (nicht zu voll - die gehen noch hoch!) und ab für 10-12 Minuten in den Ofen damit.


Wenn die Gugls durchgebacken und ein wenig abgekühlt sind, könnt Ihr sie zum kompletten Abkühlen aus der Form nehmen. 
Ich hatte sie am offenen Fenster stehen, dadurch sind sie ganz schnell abgekühlt. Kühlschrank geht bestimmt auch - das verbraucht aber viel Energie (und meiner ist dafür wirlich viiiel zu klein).
Für den Schokoguss ist es ganz entscheidend, dass die Küchlein komplett abgekühlt sind denn sonst wird die Schokolade nicht fest.


Bei meinem Praktikum im Cupcake-Shop "Was das Herz begehrt" habe ich gelernt, dass ich Schokolade am besten in einem Keramik-Gefäß in der Mirkowelle schmelzen lässt. Damit sie schön glänzt und schnell fest wird, muss gar nicht alles durchgeschmolzen sein wenn es aus der Mikrowelle kommt - anschmelzen und dann glattrühren sorgt für die besten Ergenbnisse. 
Wenn die Schokolade bereit ist, wird fleißig getunkt. Und wenn Ihr Euch so geschickt anstellt wie ich habt Ihr danach wundervoll schokoladige Finger zum Abschlecken :)


Jetzt nur noch fest werden lassen und nach Wunsch mit hübschen Zuckerperlen bestreuen. Und schon ist der Mädchen-Traum fürs frühlingshafte Kaffeekränzchen fertig!

Frohes Naschen!

x Lilli    

Samstag, 6. Februar 2016

Türk Cantuccini.


Wünscht man im Februar noch ein frohes neues Jahr? Ich tu's einfach mal!
Nicht nur weil wir jetzt das Jahr 2016 schreiben, oder weil ich die magische 30er Grenze überschritten habe. Außerdem habe ich einen neuen Job und den Plan auch endlich wieder mehr Zeit in diesen Blog zu investieren.
Mit vielen lieben Kollegen die ich jetzt mit süßen Leckereien füttern kann, sollte das ja eigentlich kein Problem sein :)

Und so starten wir also auch in die neue Blogsaison! 

Dank unserem Freund Bernhard haben wir Zuhause einen reichhaltigen Vorrat von Turkish Delight. Die sind super. Aber weil sich Kalorien ja grundsätzlich so richtig lohnen sollen, habe ich aus "super" mal schnell "richtig super" gemacht.


Heute gibt es also knusprige Cantuccini, gespickt mit feinen original türkischem Lokum (eben besser bekannt als Turkish Delight). Ein internationales Zusammentreffen süßer Kaffeebegleiter, die auch noch wirklich einfach zusammengemischt ist. Nur ein bißchen Zeit sollte man mitbringen. 

Für eine große Gästeschar beim Kaffeeklatsch benötigt man:

250g Mehl
1 gestrichener TL Backpulver
175g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
Salz
25g weiche Butter
2 Eier (Größe M)
100-150 g Lokum (je nach persönlichem Geschmack, ich habe Pistazie gewählt)


Der erste Schritt ist auch gleich der Anstrengste. Der/die/das Lokum muss klein geschnitten werden. So groß wie sie sind passen sie ja leider nicht in die Cantuccini (aber fabelhaft zum Naschen zwischendurch in den Mund!). Die legen wir dann erstmal zu Seite (und versuchen sie nicht nebenbei aufzuessen).

Danach ist alles ganz leicht. Mehl, Backpulver, Zucker, Vanillezucker und eine Prise Salz in einer großen Schüssel zusammen mischen. Dann die Butter in kleinen Stückchen und die zwei Eier hinzufügen und hinein mit den Knethaken. Je nach Maschine kann das jetzt etwas dauern bis alles vermischt ist - die Masse wird zäh! - notfalls zum Schluss die Hände zu Hilfe nehmen, das macht sowie so mehr Spaß!
Zum Schluss noch der/die/das Lokum hineinkneten und die Teigkugel erstmal für eine halbe Stunde in den Kühlschrank schieben.

Die Wartezeit kann wunderbar genutzt werden um den Ofen auf 150°C vorzuheizen, das Backblech mit Backpapier zu belegen und den ganzen Mehl-Puderzucker-Mix von den Küchenarbeitsflächen zu fegen...

Nun den Teig in vier Teile teilen und zu ca. 3 cm dicken Rollen verarbeiten. Diese ein wenig plattklopfen und für 15 Minuten im Ofen backen. Die Cantuccini-Brote sind jetzt noch nicht ganz durchgebacken, aber sie haben ja auch noch gar nicht die richtige Form!


Das ist jetzt dran. Die Brote unbedingt vorm Schneiden auskühlen lassen, sonst gehts schief! Dann den Schnitt sehr schräg ansetzen und die Brote in ca. 0,5-1 cm dicke Scheiben schneiden (wer's dünner hinkriegt, hat zum Schluss mehr zu naschen, also strengt Euch an!).
Die Scheiben dann mit der flachen Seite nach oben wieder aufs Backblech legen und noch einmal bei gleicher Temperatur 8-10 Minuten backen.


Jetzt sollten sie schön knusprig sein! Offiziell müssen die hübschen Dinger jetzt noch auskühlen...ich halte das allerdings für eine ganz schlechten Rat und esse sie lieber gleich! Obwohl - vielleicht warte ich noch bis der Kaffee durchgelaufen ist. Dann schmecken sie noch besser!


Buon appetito und afiyet olsun! 

x Lilli


P.S. Wer kein Lokum mag, kann wunderbar einfach "normale" Pistazien (ungesalzen!) in den Teig rühren. Oder Cranberries...oder getrocknete Nektarinen...oder Rosinen...oder oder oder. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! 


Donnerstag, 3. September 2015

Semivegane Cookie-Dough-Bites.


Die Sommerpause ist vorbei. Und mit Sommerpause meine ich die "Umzugs-Einrichtungs-zu viel Arbeit-zu heiß zum Backen"-Pause des letzten halben Jahres.
Es gibt ja immer einen Grund. Sowohl zu faul zu sein um Texte zu schreiben, als auch nebenbei ein bißchen zu Naschen. Zum Beispiel diese wunderbar kleinen "mit einem Haps sind sie im Mund"- Cookie-Dough-Bites.
Besonders lecker, wenn man sich kurz eine Statt-Zigaretten-Pause gönnen möchte, oder mit den Mädels eine Tasse Kaffee trinkt. Oder wenn der kleine Neffe kein Ei verträgt und deshalb dringend eine schokoladige Alternative braucht :) 


Die Schokolade ist auch der Grund, warum wir uns hier "nur" über semi-vegane Backwaren unterhalten. Ich habe simple Schoko-Tropfen aus dem Supermarkt verwendet, die haben 54% Kakaoanteil. Es gibt aber natürlich auch offiziell vegane Schokolade (oder einfach alles mit mehr als 70% Kakaoanteil). Dann ist dieses Rezept auch für echte Veganer geeignet.


Für ca. 24 leckere kleine Bissen braucht Ihr:

70g Instant-Flocken
100g Schokotropfen
2 (sehr!) reife Bananen
1 wirklich großer Esslöffel Erdnussbutter

Ich habe die Bites inzwischen drei Mal gebacken und festgestellt, dass sie sich am besten essen (und formen) lassen, wenn man sie in Mini-Cupcake-Förmchen füllt. Wer so etwas aber nicht zur Hand hat, kann sie auch einfach nebeneinander auf einem Backblech platzieren.


Das Rezept ist wirklich so einfach, dass es keine Ausrede gibt, es nicht auszuprobieren.
Einfach die Bananen in einer Schüssel gut zermatschen (je reifer die Banane, desto schneller und einfacher gehts, bei mir hat eine Gabel als Werkzeug völlig ausgereicht) und die Schmelzflocken unterrühren. 
Schmelzflocken lösen sich in anderen feuchten Zutaten auf, das müsst Ihr beim Rühren im Kopf behalten. Lasst die Flocken sich ganz auflösen bevor Ihr dann die Erdnussbutter und die Schokoflocken unterhebt.


Jetzt nur noch den Teig auf Blech oder in die Förmchen verteilen, bei 175°C in den Ofen schieben und nach 15 Minuten die leicht gebräunten Schoko-Kugeln wieder heraus holen.

Lasst die Bites abkühlen, wundern euch aber nicht, wenn Ihr auch nach einer Stunde noch Schokofinger bekommt, die wird nicht mehr so richtig hart (haha - als ob igendjemand eine Stunde warten würde...) Das macht ja aber das Teig-Nasch-Gefühl noch besser.
Ich empfehle die kleinen Leckereien innerhalb der nächsten zwei Tage zu verzehren, frisch sind sie wirklich am besten und werden ab Tag 3 eher lätschig.


Schnell noch einen Kaffee gekocht und schon ist die 10-Minuten-Pause perfekt. 

x Lilli

P.S. Meine Freundin Hannah (die Ernährungsberaterin) erklärte mir übrigens, dass Erdnussbutter sogar eine gesunde Zutat ist. Nussfette und so. Zusammen mit den Instant-Flocken und den Bananen ist das also quasi ein gesunder Müsliriegel - nur in geil halt. Gern geschen.

Dienstag, 17. Februar 2015

For Chocolate Lovers: Brownie-Tarte.


Leute, ich habe schlechte Nachrichten. Morgen ist Aschermittwoch. Das bedeutet für unsere jecken Freunde nicht nur das Ende des Karnevalspektakels, sondern für die vorbildlichen Katholiken unter uns auch der Beginn von sechs möglicherweise sehr sehr langen Wochen Enthaltung. Die Fastenzeit steht vor der Tür [hier bitte dramatische Geräuschkulisse einfügen].

Ich habe also alle Weihnachtsschokoladen-Reste zusammen gesucht und feiere den Abschied mit einer oberschokoladenbombigen Brownie-Tarte. Und ja, oberschokoladenbombig ist ein Wort.


Ihr wollt auch? So gehts:

Zutaten für eine gängige Tarte-Form (gängig = die IKEA-Einheitsgröße):

300g Zartbitterschokolade (wobei ich in meinen Resten auch einiges an Vollmilch verbacken habe, geht also auch)
100g Butter
2 Eier (M)
75g Crème fraîche
60g Mehl
ca. 1/2 TL Natron
eine Prise Salz
150g Zucker
1 Pk Vanille-Zucker
ggf. Schokostreusel

Die Schokolade grob hacken und dann 150g davon zusammen mit der Butter im Wasserbad einschmelzen. Topf zur Seite stellen und abkühlen lassen. In dieser Zeit kann man ganz praktisch dran denken den Ofen auf 175°C vorzuheizen und die Tarteform entweder mit Backpapier auszulegen oder einzufetten. Ich wasche ungerne ab, also nehme ich Backpapier :)

Nun kommt mein neues Lieblingsküchengerät zum Einsatz:


Oh ja, wirklich! Ich besitze seit meinem Geburtstag eine KitchenAid (denn ja, ich habe den besten Freund der Welt. Sorry, den gebe ich auch nicht wieder her. Nicht NUR weil er mir eine KitchenAid schenkt, aber auch). Aber zurück zur Brownie-Tarte:
Die inzwischen nicht mehr ganz heiße Butter-Schoko-Masse in eine Schüssel geben und nach einander die beiden Eier einzeln unterrühren. Direkt gefolgt vom Crème fraîche.
Wundert Euch nicht, wenn der Teig jetzt etwas flockig aussieht, das ändert sich wieder nach dem nächsten Schritt.

Nun ein einer separaten Schüssel die restlichen Zutaten (also Mehl, Natron, Salz, Zucker, Vanille-Zucker und die übrige gehackte Schokolade) durchmischen und kurz zusammen mit der flüssigen Schokomasse verrühren. Schon ist der Teig fertig.

Diesen jetzt also nur noch in die Tarte-Form geben (hier ggf. auch die Schokostreusel verewigen) und für ca. 20 Minuten backen.
Die Tarte ist auch fertig, wenn nach der Stäbchenprobe noch ein wenig Teig am Stäbchen bleibt (es sollte nur definitiv nicht mehr flüssig sein). Die Tarte ist dann nur noch saftiger.
Tarte auskühlen lassen und gerne direkt verspeisen.


Um die Völlerei komplett zu machen, schmeckt sie besonders gut mit einem Schuss Schokoladensauce und einer Kugel Vanille-Eis...

Falls also tatsächlich jemand Schokolade fasten wird: der Einkaufszettel für heute Abend steht dann ja...falls nicht: dies ist auch ein fantastischer Kuchen für die anstehende Oscar-Nacht.

x Lilli


P.S. Nur noch kurz zur Aufklärung: realistisch betrachtet werde ICH nicht sechs Wochen lang auf Schokolade verzichten. Das ist effektiv nicht möglich. Aber es gibt diesem Beitrag die angemessene Dramatik und das kann ja nur in euer aller Sinne sein...

Sonntag, 28. Dezember 2014

Katerfrühstück: BrEGGfast Muffins.


Nach der ganzen Weihnachtvöllerei steht schon direkt die nächste Festlichkeit ins Haus. Und ausnahmsweise ist im Hause Ahner-Wetzel tatsächlich schon IM NOVEMBER die Entscheidung gefallen, wo wir unser Silvester verbringen werden - der Hammer! 
Für den Morgen des 1. Januar sollte man bekannterweise fürs Frühstück vorsorgen - es sollte herzhaft und ein wenig fettig sein, gleichzeitig wahnsinnig einfach und schnell vorzubereiten sein und egal um welche Uhrzeit nach einer ausgewogenen und jedes herzhafte Bedürfnis stillenden Mahlzeit schmecken. 

Und hier liebe Freunde der gepflegten Brunch-Kultur, ist das perfekte Frühstück für diesen (und jeden anderen Kater-) Morgen!

Zutaten für ein 12er Muffinblech: 
12 Toastscheiben
ca. 50g Butter
12 Bacon Scheiben
12 Eier (maximal Größe M)
Salz und Pfeffer

Nach dem Ofen-Vorheizen (auf 200°C), ist der erste Schritt ist auch gleich der aufwändigste (und merkwürdigste): schnappt Euch ein Nudelholz (oder eine Glasflasche) und rollt die Toastscheiben aus. So dünn wie ihr sie eben kriegen könnt.


Ich habe die Muffins an Freddys erstem Morgen zu Hause gemacht (jepp - er ist wieder da! Yay!) und befürchtete stark, er würde mich für verrückt erklären, wenn er mich Toastscheiben-ausrollend in der Küche erwischt...zum Glück war der Rückflug anstrengend und er hat lange geschlafen. Ich bin also weiterhin offiziell nicht verrückt. Nur um das kurz festzuhalten.

Wenn alle Scheiben platt gerollt sind, bestreicht Ihr eine Seite mit Butter. Die Butter sollte schon zimmerwarm sein, sonst zerreißen Euch wohlmöglich die Toastscheiben. Auch die Muffinform muss gut ausgebuttert werden - und dann werden die Toastscheiben hinein gedrückt um quasi als Schüssel für Bacon und Eier zu dienen. Wichtig ist, dass sich Butterseite auf Butterseite wiederfindet - dann kriegt Ihr die Muffins nachher ganz leicht wieder aus der Form.


Ab jetzt ist alles wirklich easy-peasy. In die Toast-Schälchen legt Ihr eine Scheibe Bacon und darauf gebt Ihr jeweils ein rohes Ei. Ein wenig Salz und Pfeffer drüber und nun kommen diese (aktuell noch nicht sehr delikat ausschauenden) Frühstückseier für eine Viertelstunde in den Ofen und können danach direkt auf den Frühstückstisch.


Mmmmh. So gut! Ich musste hart mit unseren Frühstücksgästen verhandeln um überhaupt einen Bissen abzubekommen!

Kommt gut ins neue Jahr! Und lasst es Euch schmecken :)

x Lilli

Sonntag, 14. Dezember 2014

Herbst adé: Pumpkin Cheesecake mit Knusperkruste.

Was? Mein letztes Rezept ist schon zwei Monate her? Wo ist der Herbst geblieben? Gerade noch bejammere ich die Tatsache, dass Freddy auf unendlich lange Zeit auf die andere Seite dieser Weltkugel verschwunden ist und schon kommt er in weniger als einer Woche (!!!) wieder zu mir zurück. 
Jetzt stehe ich nicht mehr auf dem Balkon und mache bei lauem Wetter Franzbrötchenfotos, sondern sitze mit Weihnachtskeksen von Tante Annelise auf der Couch und freue mich auf Weihnachten.

Aber weil endlich mal wieder die Zeit dazu ist (und man zu Weihnachten so oft zum Kaffeetrinken verabredet ist, dass man wirklich nicht immer das gleiche Backwerk mitbringen will), wird es Zeit endlich mal wieder über Kuchen zu sprechen.


Heute falso auf der Speisekarte:
Pumpkin Cheesecake mit einer Knusperkruste à la Crème brûlée

Zutaten:
Für die Füllung
1 (ca. 800g) Hokkaidokürbis
300g Doppelrahmfrischkäse
50g Zucker
4 EL Ahornsirup
3 Eier (Größe M)
1/4 TL Salz
1/2 TL gemahlener Zimt (wer mag auch etwas mehr - ich mochte)
1/2 TL gemahlener Ingwer (wers nicht so mag nimmt etwas weniger - ich mochte nicht so)
eine kräftige Prise (frisch) gemahlene Muskatnuss

Für den Boden
50g Butter
100g Schokoladenkekse (ich habe diese Mini-Cereal-Kekse genommen)
2 EL Ahornsirup

Für Kruste: 
Zimt-Zucker soviel Ihr mögt :)


Als allererstes müssen wir aus dem Kürbis ein Püree machen. Das ist bei Hokkaido zum Glück unglaublich einfach, weil hier ja die Schale mitgegessen werden kann.
Den Kürbis verkleinern (halbieren, dritteln, whatever) und die Kerne auskratzen. Dann auf Backpapier bei 200°C in den Ofen schieben und für ca. 40-45 Minuten weich backen lassen.


Solange der Kürbis im Ofen weilt, können wir uns schonmal dem Kuchenboden widmen. Hierzu die Kekse in einen Gefrierbeutel füllen und mt einem Nudelholz zu feinem Krümelkram verarbeiten. Nicht vergessen vorher die Luft aus dem Beutel zu drücken (und einen stabilien Beutel zu verwenden), sonst gibt es eine Schweinerei...ich empfehle wirklich deutliches verkleinern, zu große Keksstücke werden nachher subschig (ja, das ist ein Wort und ja, ich hab den Kuchen zweimal gebacken und weiß es besser :) ).

Auf dem Herd die Butter einschmelzen und dann mit den Keksbröseln und dem Ahornsirup zu einer recht klebrigen Masse vermischen und auf dem Boden der Springform für den Kuchen verteilen. Dann erstmal wieder zur Seite stellen.



Langsam sollte auch der Kürbis durchgegart sein (und die Wohnung wunderbar nach Herbst und warmen (sauberen) Wollsocken duften). Also raus aus dem Ofen mit der orangefarbenen Schönheit, die Temperatur auf 180° reduzieren und ab in ein hohes Gefäß mit ihm und mit dem Zauberstab pürieren. In einer weiteren Schüssel den Frischkäse mit Ahornsirup, Zucker, Eiern, Salz, Zimt, Ingwer und Muskat glattrühren und das Kürbismus vorsichtig aber gleichmäßig untermengen. Dann den Kuchenboden wieder auf die Bühne zurück holen und die Creme darauf verteilen (ist die Farbe nicht toll??).


Oben auf die Creme kommt nun noch eine Schicht Zimt-Zucker-Gemisch. Im Ofen wird diese nach und nach karamelisieren und (zumindest am ersten Tag) eine herrlich knusprige Oberschicht des Kuchens abgeben...jetzt noch 50 Minuten durchbacken lassen und fertig ist dieser wunderbare Kuchen.

Nur zur Vorwarnung: dies ist nicht der klassisch süße Cheesecake, den ihr vielleicht erwartet. Wer einen besonders süßen Zahn hat, kann aber hervorragend frisch geschlagene Sahne (oder besser noch: Vanilleeis) dazu servieren - zu Weihnachtszeit machen ja auch die Kalorien Winterurlaub und gucken gar nicht hin!


Habt einen wundervollen 3. Advent!

x Lilli

Samstag, 11. Oktober 2014

Kleine süße Sünde: Schoko-Karamell-Shortbread.


Bevor Freddy sich letzte Woche (was, erst vor einer Woche?) auf in die Ferne gemacht hat, hatte er natürlich noch einen Backwunsch frei - wie könnte ich, als beste Freundin der Welt, ihm den auch abschlagen :)

Shortbread sollte es sein, aber nicht irgendwelches, sondern diese eine, dass ich vor Ewigkeiten mal (also noch lange vor diesem Blog) meiner Freundin Natalie nachgebacken habe...zum Glück konnte auch dieses Mal die liebe Natalie noch kurzfristig mit dem Rezept aushelfen - und Freddy konnte mit glücklichem Magen auf Reisen gehen.
Und auch die Kollegen haben davon profitiert, denn ein ganzes Blech Shortbread ist eben nicht so schnell von einer Person weg gefuttert.
Und damit Kollegin Vanni bald Shortbread backen kann, gibt es hier nun das Rezept:

Ihr braucht
400g kalte gesalzene Butter (oder ungesalzene und 2 TL Salz)
200g Puderzucker
500g Mehl
1 kl. Dose gezuckerte Kondensmilch (z.B. Milchmädchen)
300g dunkle Schokolade
120g ungesalzene Butter
viel viel Zeit (ca. 5 Stunden)


Dieses Rezept beginnt ausnahmsweise mal nicht mit dem Teig, sonder ungefähr drei Stunden früher schon mit dem Karamell. Karamellcrème selbst herzustellen ist wirklich das einfachste auf der Welt, sofern man einen gut sortierten Supermarkt, einen Topf und etwas Wasser zur Hand hat.  Dose kaufen, Wasser in den Topf geben, Dose reinstellen und 2-3 Stunden kochen lassen. Ende, aus, Mickey Maus. 

Kochtipp: Bei meinem ersten Karamell-EInkochen hatte ich nachher einen häßlichen weißen Kalkrand im Topf, der nur nach sehr viel Schrubben wieder rauszukriegen war - also war auch diesmal schlauer und habe zwei von diesen bunten Tütenwiederverschließern zwischen Dosenboden und Topf platziert. Die Schmelzen nicht und der Topf bleibt sauber.

Ehemalige-Kondesmilch-jetzt-Karamellcrème-Dose zur Seite stellen und abkühlen lassen, dann können wir uns in Ruhe dem Teig zuwenden.


Und der Teig ist wirklich auch kinderleicht und schnell gemacht. Einfach die Butter in Stückchen schneiden und mit dem Mehl und dem Puderzucker zu einem glatte Teig verkneten. Ich wollte einfach mal faul sein und dachte ich probiere mein Glück mal wieder mit dem Handmixer - aber wie so oft: auch hier sind die Hände wieder verlässlicher (und schneller UND weniger Abwasch).
Teigball in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens eine Stunde kaltstellen. Kurz vor Ablauf der Zeit kann man den Ofen schon mal auf 175°C vorheizen.


Wenn der Teig kühl und fest ist, wird er in all seiner Schönheit ausgerollt und auf einem Backblech platziert. Ich hab den Teg direkt auf dem Blech (und dem Backpapier) ausgerollt - so wusste ich gleich genau wie viel Platz ich habe und konnte mir das lästige Umschichten-und-dabei-möglicherweise-Teig-zerreißen sparen.
Schnell noch mit einer Gabel ein paar Mal in den Teig gepiekst um ihn am Aufgehen zu hindern und dann ab damit in den Ofen. Für ca. 15 Minuten, es sollte aber nicht zu braun werden, also haltet ein Auge drauf.

Wenn der Boden durchgebacken ist, nehmt Ihr in aus dem Ofen und stellt ihn irgendwohin zu abkühlen. Inzwischen bietet sich ja sogar der Balkon wieder an - der Sommer ist halt doch leider einfach schon vorbei...


Und nun gehts endlich ans Eingemachte, bzw. Eingekochte. Es wird Zeit den Ungläubigen die Augen und die Milchmädchen-Dose zu öffnen. Ich präsentiere: feinste Karamellcrème. Die jetzt auf direktem Wege auf dem abgekühlten Shortbread verstrichen wird. Ich habe für solche Gelegenheiten einen wundervollen Teigstreicher (wobei sich das Internet uneinig über diesen Namen ist - ich werde das bei Gelegenheit im Fachgeschäft nachfragen), ein handelsüblicher Esslöffel tut hier aber ebenso guten Dienst.

Jetzt muss nur noch die Schokolade mit der ungesalzenen Butter im Wasserbad verschmolzen werden und oben auf dem Karamell verteilt werden. Wieder abkühlen lassen, das Shortbread in mundgerechte Stücke schneiden und viele Freunde zum Kaffee trinken nach Hause einladen...denn nur um es nochmal zu betonen: so ein Blech vertilgt sich nämlich wirklich, wirklich nicht von alleine - glaubt mir!


Shortbread für alle!

x Lilli